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Die Polenfahrt der Klassen 10a &10b

Die Polenfahrt der Klassen 10a &10b

 

Vom 05.12.2019 bis zum  09.12.2019 fuhren die 10. Klassen nach Polen. In diesem Blog erfahren sie mehr über die Studienfahrt und die Eindrücke der Schüler.

Am 05.12.2019  starteten wir um 7.00Uhr in Wilthen und fuhren mit dem Bus 12 ½ Stunden nach Lublin. Dort angekommen checkten wir in unser Hotel ein und aßen Abendbrot der etwas anderen Art. Danach trafen wir uns zur Besprechung der nächsten Tage. Später gab es eine freiwillige Stadttour mit unserem Studienfahrtbegleiter Stefan in der schönen Altstadt von Lublin. Diejenigen die nicht an der Stadttour teilnahmen, hatten in dieser Zeit Freizeit. Die Nachtruhe war auf 22Uhr festgelegt.
 

Eine Urne mit der „Asche“ der Gefangenen

Ein Modell der Stadt  Lublin vor dem 2.Weltkrieg

Am Freitag war um 8 Uhr Frühstück eingeplant und dann fuhren wir eine halbe Stunde zur Gedenkstätte Majdanek. Ungefähr 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr wurden wir durch die Gedenkstätte geführt. Es wurden uns viele Informationen zum Geschehen erklärt. Zum Beispiel dass der Eingang der Gedenkstätte als „Weg der Huldigung“  bezeichnet wird. Außerdem war es bis 1941 ein Gefangenenlager und erst dann wurden die gebauten Gaskammern bis 1943 benutzt. In diesem Lager arbeiteten ca. 900 SS-Mitglieder und es ist auch heute noch ca. 27 Hektar groß. Noch dazu wurde uns erklärt dass es trotz des vielen Grauens noch gute, schöne Momente der Gefangenen gab. 
Es gab zum Beispiel heimliche Hochzeiten, Liebesbeziehungen und Freundschaften. Um 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr war Mittagspause und wir fuhren zurück ins Teatr. NN. Ab 13.00 Uhr wurden wir durch die Ausstellung „Portrait einer Stadt“ geführt und wir hatten einen Workshop. In diesem Workshop lernten wir die Geschichte eines kleinen Jungen kennen. Am Ende des Workshops schrieben viele von uns einen Brief an den Jungen. Es ist Teil des Workshops den Brief an die Adresse zu senden, wo er lebte. Danach bekommt man ihn von der Post zurückgeschickt und somit soll einem klar werden das dieser Junge nicht mehr lebt genauso wie viele andere die in dieser Zeit starben. Nach diesem intensiven Erlebnis gingen wir nach Hause und aßen Abendbrot.
Am Samstag saßen wir schon 7.30 Uhr im Speiseraum und frühstückten. Danach fuhren wir wieder mit dem Bus nach Majdanek. Es wurden uns Aufgaben gegeben, die wir selbstständig auf der Gedenkstätte erledigten mussten. Es gab Aufgaben zu verschiedenen Themen, wie zum Beispiel was die Häftlinge für Kleidung trugen oder was sie gebastelt hatten. Aber auch wie das Konzentrationslager aufgebaut war. Wir hatten 3 ½ Stunden Zeit die Aufgaben zu erledigen. Die Schüler, die schon eher mit ihren Aufgaben fertig waren, durften sich im ganzen Gelände nochmal umschauen. Danach aßen wir im „Podhale“ Mittag. Nach dem Mittagessen gab es eine weitere Stadtführung durch Lublin. Bei dieser Stadtführung wurde uns erklärt wie Juden in Lublin lebten. Wir waren am Marktplatz, am Lubliner Schloss (siehe Bild rechts) und wir besuchten am Ende der Rundführung eine Synagoge. Nachdem die Stadtführung zu Ende war, hatten wir 2 Stunden Freizeit. Um 18.00 Uhr trafen wir uns alle im Speiseraum und aßen Abendbrot. Eine Stunde später trafen wir uns alle nochmal und werteten den vergangenen Tag aus.  

Das Lubliner Schloss

 

 

Ein Gebäude aus Grabsteinen der Juden aus Izbica

 

Am Sonntag gab es schon um 7.00 Uhr Frühstück. Dann fuhren wir ca. 1 ½ Stunden nach Izbica. Dort angekommen wurden wir durch dieses Dorf geführt und schauten uns erhalten gebliebene Gebäude  und Grabstätten an. Danach fuhren wir zur Gedenkstätte Belzec und bekamen ebenfalls eine Führung durch das Gelände. Belzec war ein Vernichtungslager in dem die Gefangenen davon überzeugt wurden das sie zum arbeiten da sind. Ihnen wurde gesagt, dass sie sich aus hygienischen Gründen waschen gehen sollten. In Wirklichkeit wurden sie, nachdem sie sich ausgezogen hatten, in die Gaskammern gebracht wo das Gas durch die Rohre in die Räume geführt wurde. Nach der informativen Führung, gingen wir im Fischrestaurant „Karpiowka“  Mittag essen. Wieder in der Gedenkstätte angekommen, hatten wir einen Workshop. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt in denen wir ein Thema bearbeiten sollten. Die Themen befassten sich zum Beispiel mit Gefangenen die etwas Größeres geleistet hatten oder mit dem Aufbau des Vernichtungslagers. Wir arbeiteten an Plakaten welche wir dann auch vorstellen sollten. Nach dem Workshop fuhren wir zurück ins Hotel, aßen Abendbrot und trafen uns in einem Saal zur Reflektion des Tages.

 

Am Montag, dem letzten Tag unserer Studienfahrt, gab es um 7 Uhr Frühstück. Einige hatten ihre Koffer schon am Sonntag gepackt, andere wiederum mussten dies nach dem Frühstück noch tun. Als alle fertig und alles im Bus verstaut war, sind wir zum Abschluss nochmal von um 8 Uhr-11 Uhr zur Gedenkstätte Majdanek gefahren. Stefan sagte uns wir sollten die 3 Stunden dort nochmal nutzen um ein Gedenken abzulegen oder einfach um nocheinmal alles auf sich wirken zu lassen und sich in Ruhe ohne Stress Gedanken über alles zu machen. Die 3 Stunden gingen schneller vorüber als man dachte und so waren wir nun schon wieder im Bus, auf dem Weg  Richtung Heimat. Die Fahrt dauerte ca.9 ½ Stunden. Wahrscheinlich haben die meisten im Bus an das Erlebte und die neuen Eindrücke gedacht.

Es gab wohl keinen von uns den das nicht berührt hat. Diese Fahrt wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben!

Wiederaufgebaute Betten der Gefangenen in Majdanek

Steine um die große Anzahl der gestorbenen Juden zu repräsentieren in Belzec

Blog von:
Emily Richter, Jasmin Kutschke, Josephine Haffner, Ksenija Neuwert, Marie Schwenke und Emely Krebs